Kesslerhaus – Tisens
Der Bestand des „Kesslerhauses“ ist im Kern mittelalterlich (13. Jahrhundert), wurde abschnittweise Richtung Süden und Norden erweitert und ist geprägt von Umbau- und Ausbauten in gotischer/ frühbarocker Zeit, sowie durch eine grundlegende Umgestaltung des Nordhauses im 19. Jahrhundert. Das „Kesslerhaus“ stand lange Zeit leer, war teilweise in ruinösem und stark vernachlässigtem Zustand. Die Sanierung des Gebäudes schafft eine ästhetische Aufwertung des Dorfbildes und bedeutet zugleich eine Wiederbelebung dieses Dorfteiles.
Das Projekt für das „Kesslerhaus“ beinhaltet die Sanierung und den Umbau des südlichen Hausteiles, der nördliche Hausteil mit dem ehemaligen Pfarrsaal bleibt vorerst unverändert bestehen. Das Projekt sieht unter möglichster Beibehaltung des historischen Bestandes die Adaptierung der bestehenden Wohnräume an zeitgemässe Ansprüche vor. Dabei werden bestehende Raumteilungen und Fassadenöffnungen belassen, das Kellergeschoss wird für Lagerung und Nebenräume genutzt, das Erdgeschoss für Wohnzwecke, das Dachgeschoss bleibt unverändert erhalten.
Im östlichen Bereich des Kellergeschosses liegt der Haupteingang mit einem Garderobenbereich und einem anliegenden Kellerraum, der als Hobbyraum dienen kann; die westlich und damit hangseitig liegenden Räume werden als Keller- und Abstellräume genutzt.
Im Erdgeschoss werden Wohnräume untergebracht, die ehemalige Stube und die beiden anliegenden Zimmer bleiben in ihrer Funktion erhalten. Die Küche bleibt an selber Stelle bestehen, wird jedoch durch das Abtragen der sekundär eingezogenen Trennwand vergrössert. In der ehemaligen Backstube sind WC, Bad und ein Waschraum untergebracht. Der Wohnraum wird in die ehemalige Diele verlegt, die durch den neuen Treppeneinbau und die Fensterfront im Osten als einziger Raum im Haus eine zeitgenössische Formensprache erhält. Die beiden westseitig gelegenen Zimmer bleiben in ihrer Funktion erhalten, der ehemalige Gang mit dem Zugang zum Pfarrsaal wird in ein Zimmer umgestaltet. Das Dachgeschoss bleibt unverändert als Dachboden erhalten.
Team: B. Lanz, M. Mutschlechner
Foto: J. Eheim








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